Studium im Bereich Steuern/Wirtschaftsprüfung
Das deutsche Steuerrecht ist ebenso wirtschaftsfreundlich wie kompliziert. Auch wenn ein Studium im Bereich Steuern oder Wirtschaftsprüfung zunächst auf ein trockenes Fach hinweist sollte nicht vergessen werden dass es Steuerprüfer mit vielen Aspekten menschlicher Interessen und menschlichen Handelns zu tun haben und deshalb neben guten fachlichen Fähigkeiten auch über ein hohes Maß an sozialer Kompetenz verfügen sollten. Denn Wirtschaftsprüfer führen nicht nur betriebswirtschaftliche Prüfungen von Unternehmen durch. Sie erstellen Berichte, die eine hohe Relevanz für den Bestand oder die Entwicklung eines Unternehmens haben, wie z. B. die Jahresabschlussprüfung. Außerdem beraten sie Mandanten in betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Fragen, was einen entscheidenden Einfluss auf das Betriebsergebnis haben kann. Zudem üben sie Sachverständigen- sowie Treuhandtätigkeiten von großer Wichtigkeit aus. Bei der Durchführung eines Insolvenzverfahrens entscheiden sie manchmal über den Bestand von Arbeitsplätzen und über die Verteilung eines verbliebenden Firmenvermögens. Sie arbeiten in Praxen von Wirtschaftsprüfern oder zugelassenen Steuerberatern oder in Gesellschaften für Steuer- und Wirtschaftsprüfung. Auch genossenschaftliche Prüfungsverbände und Prüfungsstellen von Sparkassen- und Giroverbänden beschäftigen Wirtschaftsprüfer. Der Wirtschaftsprüfer ist eine berufliche Weiterbildung.
Die Zulassung basiert auf einer bundeseinheitlich geregelten Prüfung. Bevor diese absolviert werden kann, muss in der Regel ein wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium, wie z. B. ein Studium Steuerwesen erfolgreich absolviert worden sein. Viele Hochschulen bieten inzwischen auch Studiengänge in Wirtschaftsprüfung an. Meistens enden diese mit einem Bachelor oder dem Wirtschaftsprüfer Master nach §8a WPO.
Die Hochschulprüfung kann laut Wirtschaftsprüferordnung Teile der Wirtschaftsprüferprüfung ersetzen oder die Prüfung verkürzen. Vorbereitungslehrgänge auf das Wirtschaftsprüfungsexamen finden an unterschiedlichen Bildungseinrichtungen statt. Sie werden in Teilzeit oder im Fernunterricht durchgeführt und dauern bis zu zwei Jahre. Für die Zulassung zur Prüfung ist die Teilnahme an einem Lehrgang nicht verpflichtend. Entsprechende Berufserfahrung und fachliche Kenntnisse vorausgesetzt, kann eine Prüfung auch ohne Lehrgang absolviert werden. Über die Kosten und den Umfang der Prüfung sollten sich Interessenten bei dem entsprechenden Bildungsträger informieren.
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